aus meinem Kinderbuch von vor 1900

Puppe mit Teddy Sylvia´s Puppen- und Bärensammlung
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Puppenherstellung Sonneberg um 1900

Puppen aus Sonneberg

Auf den nächsten Seiten möchte ich einen interessanten Beitrag aus meinem antiken Kinderbuch "Kinderlust" von Frida Schanz von um 1900 vorstellen. In diesem erhalten Kinder Informationen rund um die Puppenherstellung in Sonneberg (mit vielen historischen Bildern).

Ich hoffe, Ihr nehmt es mir nicht übel, wenn ich die Geschichte komplett präsentiere. Aus dem Zusammenhang herausgerissen würde der Liebreiz der Erzählung untergehen.

 

Ende

Allerlei lustiges Puppenvolk

Nicht wahr, ihr lieben kleinen Mädchen, solche Plauderei ist so recht nach eurem Sinn? Einige von euch lesen sie bereits unter dem Weihnachtsbaum, wenn noch keines der Wachslichtchen verlöschen durfte, und nur hier und da eines anfing, unbändig zu werden und einen kleinen Zweig erfaßte, um ihn zum Ausbrennen und Knistern zu bringen. Vielleicht lesen auch einige der jüngeren Knaben gern, was da Lustiges vom Puppenvolk zu melden sei; sie tun es dann gewissermaßen ihren Schwestern zuliebe, -- weniger aus Neigung für deren "Kinder" (die Puppen), die ihnen nicht allemal Wohlgefühl und Mitleid abnötigen. Ja, diese Knaben sehen es sogar - wenigstens jetzt unter dem lieben strahlenden Weihnachtsbaum - nicht für einen Beweis von Mannesmut und Manneskraft an, so einem unschuldigen, wehrlosen Ding den Kopf abzuschlagen, oder der vornehmsten, allzeit gütig lächelnden Puppe ohne irgendeinen Grund kränkende Worte zuzurufen. Sie hören geduldig zu, wie die Puppenkinder mit freundlichen Weisungen erzogen werden und zupfen höchstens nach Onkelart neckend an Löckchen und Zöpfchen.

Das Erziehen der Puppen ist eine leichte Aufgabe, aber ihre Herstellung verlangt großen Fleiß, unermüdliche Ausdauer und gewissenhaftes Befolgen dessen, was die Fabrikherren und Händler angeordnet haben.

Es gibt viele Orte, wo dies den gesamten Unterhalt armer Arbeiter bildet; doch ganz besonders ist da die kleine, thüringische Stadt Sonneberg zu nennen. Denkt euch: dort gibt es 183 Leute, die die Formen ausarbeiten, 14 Augenmacher und 46 Augeneinsetzer, 23 Haarkünstler usw.

Jeder hat eine bestimmte Aufgabe und wird so geübt, daß die Finger nur so fliegen. Alte Mütterchen und sogar Schulkinder helfen mit Eifer. Man nennt diese fleißigen Leute "Heimarbeiter".

Unser Bild (rechts) zeigt uns so eine Frau auf dem Wege zur Ablieferung. Was mag in dem hohen Korbe verborgen sein? Puppenbeinchen, oder nackte (haarlose) Köpfe? Fertige Wickelkinder oder bloß lauter Strümpfe?

Heimarbeiter

Wie die alte Frau lächelt! - sie weiß, man wird mit ihrer Arbeit zufrieden sein.
 

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Ende

 

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